Legionellen sind kein Randthema, sie betreffen tausende Gebäude in Deutschland und stellen ein ernsthaftes Gesundheits- und Haftungsrisiko dar.
Viele Betreiber verlassen sich darauf, „dass schon nichts passiert“. In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder: Ohne klare Struktur und regelmäßige Kontrolle entstehen schnell Probleme.
Was sind Legionellen – und warum sind sie so gefährlich?
Legionellen sind Bakterien, die sich besonders gut in warmem Wasser vermehren, typischerweise in schlecht gewarteten oder selten genutzten Leitungen. Dazu zählen auch Leitungen, die aufgrund längerer Abwesenheit (z. B. Urlaub) nicht genutzt werden.
Wichtige Temperaturbereiche für Legionellen:
< 20 °C: Kaum Wachstum, Vermehrung stoppt.
25 °C – 45 °C: Idealer Vermehrungsbereich (Gefahrenzone).
55 °C – 60 °C: Abtötung der Bakterien (langsamer ab 55 °C, schneller ab 60 °C).
> 70 °C: Sichere thermische Desinfektion zur Abtötung.
Gefährlich werden sie beim Einatmen von Wassernebel, etwa beim Duschen. Die Folge kann eine schwere Lungenentzündung sein, die sogenannte Legionärskrankheit.
Die Situation in Deutschland: Mehr Fälle als viele denken
Einordnung der Zahlen:
Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Zahl der Legionellen-bedingten Lungenentzündungen in Deutschland bei etwa 15.000 bis 30.000 Fällen pro Jahr. Demgegenüber stehen jährlich nur rund über 2.000 offiziell gemeldete Fälle. Die Meldezahlen erfassen damit nur einen Teil der tatsächlichen Erkrankungen. Hinzu kommt eine relevante klinische Dimension: Die Sterblichkeitsrate kann bei bis zu 15 % liegen, insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Personen.
Einordnung: Legionellen sind damit kein seltenes Einzelproblem, sondern ein in der Praxis deutlich untererfasstes und potenziell schwerwiegendes Gesundheitsrisiko.
Meldepflicht und rechtliche Folgen
Legionellen sind in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.
Das hat bei einem positiven Befund konkrete Auswirkungen: Gesundheitsämter werden informiert, es können Maßnahmen angeordnet werden, und Betreiber geraten schnell in den Fokus.
Noch wichtiger ist jedoch die Trinkwasserverordnung. Sie verpflichtet viele Betreiber zur regelmäßigen Untersuchung ihrer Anlagen, siehe hierzu Trinkwasserverordnung §31 .
Haftung: Was passiert im Ernstfall?
Sobald der technische Maßnahmewert von 100 KBE/ 100 ml überschritten wird oder es sogar zu Erkrankungen kommt, wird die Situation kritisch. (KBE = koloniebildende Einheiten).
In solchen Fällen drohen verschiedene Konsequenzen, darunter Haftungsansprüche bei gesundheitlichen Schäden, Probleme mit Mietern oder Nutzern sowie rechtliche Folgen bei festgestellten Versäumnissen. Entscheidend ist dabei jedoch nicht nur der technische Zustand der Anlage, sondern insbesondere auch die Dokumentation und Nachweisbarkeit der durchgeführten Maßnahmen.
Eine lückenlose und jederzeit verfügbare Dokumentation ist daher besonders wichtig, um im Ernstfall schnell und nachvollziehbar gegenüber Behörden reagieren zu können.
Das eigentliche Problem: Fehlende Struktur
Viele Betreiber machen nicht „nichts“, sondern einfach nicht das Richtige zur richtigen Zeit. In der Praxis bedeutet das, dass Prüfungen vergessen werden, Intervalle unklar sind, Maßnahmen nicht sauber dokumentiert werden und Zuständigkeiten oft nicht eindeutig geregelt sind.
Das führt zu Unsicherheit und im Ernstfall zu Haftungsrisiken.
Die Lösung: Ein klares Jahreskonzept
Statt einzelner Maßnahmen braucht es ein durchgängiges System. Unser Ansatz bei Probenahme Süd basiert auf einem strukturierten Jahreskonzept. Dieses umfasst die frühzeitige Planung aller notwendigen Prüfungen, die zuverlässige Einhaltung aller Fristen sowie klar definierte Abläufe und Zuständigkeiten. Ergänzt wird das Konzept durch eine rechtssichere Dokumentation und eine langfristige Betreuung statt einzelner Einzelleistungen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die fachgerechte Probenahme. Fehler in der Durchführung können Ergebnisse verfälschen, falsche Entscheidungen auslösen und rechtliche Probleme verursachen. Deshalb setzen wir konsequent auf normgerechte Durchführung, geschultes Personal, saubere Dokumentation sowie die Zusammenarbeit mit akkreditierten Laboren.
Darüber hinaus stellen wir unseren Kunden ein digitales Kundenportal zur Verfügung. Dort sind alle wichtigen Unterlagen zentral und jederzeit abrufbar, darunter Prüfprotokolle, Laborbefunde, Rechnungen, Beprobungstermine sowie Prüfintervalle und weitere Dokumente.
Das sorgt nicht nur für Übersicht im Alltag, sondern bietet im Ernstfall einen entscheidenden Vorteil, da alle Nachweise gegenüber Behörden oder in Haftungsfragen sofort verfügbar sind.
Sie möchten ein strukturiertes System statt Einzelmaßnahmen?
Dann melden Sie sich gerne bei uns und wir erstellen ein passendes Jahreskonzept für Ihre Objekte.
Legionellen ernst nehmen und richtig handeln
Legionellen sind ein unsichtbares, aber reales Risiko in vielen Trinkwasserinstallationen.
Die Kombination aus gesundheitlicher Gefahr, gesetzlichen Vorgaben und möglicher Haftung macht eine regelmäßige und fachgerechte Untersuchung unverzichtbar.
Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass geprüft wird, sondern auch wie strukturiert und nachvollziehbar die Umsetzung erfolgt.
Wir unterstützen sowohl bei einzelnen Untersuchungen als auch bei der langfristigen Betreuung mehrerer Objekte im Rahmen eines strukturierten Jahreskonzepts, je nachdem, was für Ihre Situation sinnvoll ist.
Wenn Sie Fragen haben oder Ihre Anlage überprüfen lassen möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir beraten Sie unverbindlich.
Quellen und weiterführende Informationen
Die in diesem Artikel genannten Informationen basieren unter anderem auf Veröffentlichungen folgender Institutionen und Fachquellen:
Robert Koch-Institut (RKI):
Legionellose – RKI-Ratgeber
https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Legionellose.htmlLungeninformationsdienst:
Legionellen-Infektionen: Vermeiden, erkennen und behandeln
https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/weitere-lungenerkrankungen/legionellen-infektionen-vermeiden-erkennen-und-behandelnUmweltbundesamt:
Legionellen im Trinkwasser
https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/trinkwasser/legionellenBundesministerium für Gesundheit:
Infektionsschutzgesetz (IfSG)
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/infektionsschutzgesetzGesetze im Internet:
Trinkwasserverordnung (TrinkwV)
https://www.gesetze-im-internet.de/trinkwv_2001/Pharmazeutische Zeitung:
Häufigkeit der Legionärskrankheit gestiegen
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/haeufigkeit-der-legionaerskrankheit-gestiegen-141197/Bundesbaublatt:
Den Legionellen den Kampf angesagt
https://www.bundesbaublatt.de/artikel/den-legionellen-den-kampf-angesagt-4125571.htmlVaillant (Fachartikel):
Wie entstehen Legionellen im Trinkwasser?
https://www.vaillant.de/21-grad/wissen-und-wert/wie-entstehen-legionellen-im-trinkwasser-wie-gefaehrlich-sind-sie-fuer-die-gesundheit/Infektionsschutz.de
Legionellen
https://www.infektionsschutz.de/infektionen/erregersteckbriefe/legionellen/
#:~:text=Trinkwasserinstallationen%2C%20R%C3%BCckk%C3%BChlwerken
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